
Du fragst dich: Weshalb verhält sich mein Kind in der Pubertät anders als früher?
Irgendwann kommt der Tag… Da stehst du morgens neben deinem Teenie – und plötzlich fühlt sich alles anders an.
Das vertraute Kind, das du bisher so gut kanntest, scheint dir offensichtlich fremd geworden zu sein.
Eben noch war es offen, zugewandt, hat gefragt, ob ihr gemeinsam etwas spielen wollt oder ob es dir bei irgendetwas helfen kann.
Abends habt ihr vielleicht noch zusammen auf dem Sofa gekuschelt, gelacht und im Vertrauen über die kleinen und großen Sorgen des Alltags gesprochen.
Und dann?
Ein einziger Blick reicht, sodass die Situation in Lichtgeschwindigkeit eskaliert.
Es ist kurz gesagt der Drama-Modus aktiviert.
Der Lautstärkeregler ist dann auf volle Dröhnung gedreht, das Kopfkino läuft in Dauerschleife.
Willkommen in der Pubertät!
Glaub mir: Ich war mit meinen eigenen Kindern mittendrin – und ich weiß ganz genau, wie sich das anfühlt.
Ich erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Pubertät.
Es reichte ein schiefer Blick oder ein falscher Atemzug meiner Mutter – und zack, dann explodierte ich.
Jeder Hollywoodstar hätte gegen mich einpacken können.
Als bei uns zu Hause dann die ersten Eskalationen mit meiner Tochter begannen, grinste meine Mutter nur und sagte:
„Ach wie schön. Jetzt siehst du mal, wie schrecklich diese Zeit ist.“
Super. Das war natürlich mega hilfreich. 🙃
Und was tat ich also?
Ich ließ mich voll mitreißen auf dieser emotionalen Achterbahn.
Ich wurde selbst laut, fühlte mich verletzt und stand innerlich kurz vor der Explosion.
Und wenn ich mich dann wieder runtergefahren hatte und versuchte, ruhig nachzufragen, was eigentlich los sei, kam nur:
„Lass mich in Ruhe!“
Für viele Eltern fühlt sich dieser Wandel wie ein Bruch an:
- als würdest du plötzlich nicht mehr reichen
- als würdest du alles nur noch falsch machen
- als wäre jede liebevolle Geste vergeblich
Das Kind, das du zu kennen glaubtest, ist dir plötzlich fremd und fern.
Es schmerzt dich, dass liebevolle Nähe zurückgewiesen wird.
In dir wächst die Angst – oder die leise Gewissheit:
Jetzt beginnt die Pubertät.
Was kommt da auf uns zu?
Wird uns diese Zeit voneinander entfernen?
Du fragst dich erneut:
Weshalb verhält sich mein Kind in der Pubertät anders als früher?
So krass sich das Verhalten von Teenagern manchmal auch anfühlt – es ist kein Zufall.
Es entsteht nicht aus Langeweile.
Und es ist, bei näherem Hinsehen, auch kein Angriff gegen dich.
Es ist ein Spiegel dessen, was im Inneren deines Kindes gerade passiert:
Die Pubertät ist eine Zeit des radikalen Umbaus.
Im Körper. Im Gehirn. Und im Selbstbild.
Testosteron, Östrogen, Wachstumshormone – dieser Hormoncocktail bringt das emotionale Gleichgewicht ganz schön ins Wanken.
- Gefühle werden intensiver
- Grenzerfahrungen plötzlich reizvoller
- Langeweile ist kaum noch auszuhalten
Ein Bungeesprung ist nichts gegen die hormonellen Schwankungen, die jetzt täglich stattfinden –
und du bist als Elternteil mittendrin.
Kein Wunder also, dass dein Teenie manchmal völlig über reagiert – oder sich komplett zurückzieht, wenn du doch eigentlich nur nett nachfragen möchtest.
Im Gehirn läuft während der Pubertät eine Großbaustelle.
Der sogenannte Frontallappen – zuständig für:
- logisches Denken
- Impulskontrolle
- Zukunftsplanung
…ist noch lange nicht ausgereift.
Gleichzeitig feuert dazu das Emotionszentrum (Amygdala) wie ein überaktiver Feuermelder bei jedem kleinsten Anlass.
- Rational abwägen? – Fehlanzeige!
- Emotionen haben jetzt Vorrang.
Auch wenn es für dich als Elternteil kaum nachvollziehbar ist.
Und dann ist da noch die große Suche nach der eigenen Identität:
- Wer bin ich – und wer will ich sein?
- Was ist Glück?
- Welchem Geschlecht gehöre ich an?
- Was will ich beruflich machen?
- Wie soll ich mir meine Träume erfüllen in einer Zeit, in der so vieles ins Wanken gerät?
- …
Wie ein Karussell im Turbogang drehen sich dann diese Fragen in den Köpfen von Jugendlichen.
Sie wollen es vielleicht anders machen als ihre Eltern oder Großeltern.
Doch wie sollen sie das bloß anstellen?
Dafür müssen sie sich abgrenzen – auch (und manchmal vor allem) von dir.
Selbst wenn ihr euch nahe steht. Oder gerade deshalb.
Denn die enge Bindung zu dir macht es infolgedessen umso herausfordernder, sich zu lösen und den eigenen Weg zu finden.
Warum verhält sich mein Kind in der Pubertät anders als früher?
Hinter dem scheinbar unberechenbaren Verhalten deines Teenagers steckt kurz gesagt eine ganz eigene Logik –
totaler Umbau, Umbruch und innerer Suche.
Und das hat in den meisten Fällen nichts mit dir persönlich zu tun!
Genau hier liegt indes auch die Chance:
👉 Wenn du nämlich verstehst, was dein Kind durchmacht, kannst du anders reagieren als früher –
klarer, verbundener, mitfühlender.
🤗
melde dich dann gerne bei mir für ein unverbindliches Gespräch.
Gemeinsam finden wir sicherlich einen Weg, damit du und dein Teenager / deine Teenagerin wieder mehr Leichtigkeit und Verbindung erleben können.
Nutze diesen Link zur Kontaktaufnahme oder schreibe eine Email an mail(at)teenagerexpertin.de.
