
Wenn Teenager emotional verletzend sind, sodass du ignoriert oder sogar respektlos behandelt wirst?
Es fallen Schimpfwörter, Türen knallen krachend ins Schloss – oder vielleicht bleiben sie sogar dauerhaft verschlossen?
Falls dein früher so höfliches, freundliches Kind auf einmal zum feuerspuckenden Drachen mutiert und du dich schon regelrecht vor der nächsten wutschnaubenden Explosion fürchtest:
Willkommen in der Pubertät!
In meinen letzten beiden Blogartikeln habe ich mit dir darüber gesprochen, wie du deinen Teenie in seiner/ihrer Rückzugphase besser verstehen kannst, sodass du auch in Momenten der Ablehnung ruhig und gelassen bleibst. Heute möchte ich mit dir über eine besonders schmerzhafte Seite der Pubertät sprechen: Wenn Teenager emotional verletzend sind – mit Worten, Ignoranz oder Respektlosigkeit.
Die gute Nachricht gleich vorweg: Du bist nicht allein.
Viele Eltern erleben solche Momente – und fühlen sich hilflos, verletzt oder wütend. Die Pubertät bringt unser Nervenkostüm manchmal zum Glühen. In uns Eltern kommen Gefühle zum Vorschein, von denen wir nicht gedacht hätten, dass sie in uns schlummern.
Aber wie kannst du in solchen Situationen reagieren – ohne selbst aus der Fassung zu geraten?
In diesem Artikel teile ich mit dir konkrete Tipps, eine liebevolle Haltung und – ganz wichtig – eine Portion Humor, die dir hilft, auch stürmische Zeiten mit Würde zu meistern.
Ich spreche aus Erfahrung…
Nur weil ich Erziehungswissenschaften studiert habe und beruflich mit Familien arbeite, war ich trotzdem nicht auf die Pubertät meiner eigenen Kinder vorbereitet.
Meine ältere Tochter wusste genau, welche Knöpfe sie drücken musste, und ich? Ich mutierte in streitigen Momenten zu einer explosiven Mischung.
Heute kann ich darüber schmunzeln – aber damals? Puh.
Ich sehe uns noch vor mir:
Wieder war ein Streit mit meiner Tochter in Lichtgeschwindigkeit eskaliert. Danach ich, eingebuddelt unter der Bettdecke im Schlafzimmer, laut brüllend wie ein Bauarbeiter auf dem Gerüst, weil ich ein Ventil brauchte. Hat das was gebracht?
Außer einem hochroten Kopf und heiserer Stimme – leider nein. Aber es war damals mein Versuch, mit der Überforderung klarzukommen.
Rückblickend wurde mir klar:
Ich reagierte oft nicht als die erwachsene Mama – sondern aus meiner eigenen Wunde heraus. Meine Tochter erzählte mir später, dass sie sich mir in diesen Momenten zwar überlegen fühlte („Ha! Der Mama habe ich aber jetzt Paroli geboten!“) – aber das Gefühl danach war für uns beide schwer auszuhalten.
Zwei verletzte Herzen, zwei Menschen, die sich eigentlich lieben.
Ich war gefangen im Kreislauf:
„Beim nächsten Mal reagiere ich anders…“
Doch das Muster und meine tief verankerten Glaubenssätze waren jedes Mal stärker – bis ich mir Hilfe holte und anfing, meine eigenen Trigger zu verstehen. Erst dann konnte ich mit mehr Ruhe und innerer Klarheit reagieren.
Es ist wichtig zu verstehen: Die Wut deines Kindes ist selten persönlich gemeint.
Teenager stecken mitten in einer intensiven Entwicklungsphase:
- Hormone
- Identitätssuche
- Das Bedürfnis nach Unabhängigkeit
…das alles führt zu heftigen Gefühlsausbrüchen – oft unkontrolliert.
Dein Kind pendelt zwischen:
„Ich will noch spielen und Kind sein.“
und
„Ich bin groß, ich will entscheiden, lass mich in Ruhe!“
Willkommen in der Schwarz-Weiß-Welt deines Teenies. Die Zwischentöne? Gerade in den Urlaub geschickt.
Was sich wie ein Angriff anfühlt, ist oft ein Hilferuf, ein Ausdruck von Überforderung, innerem Chaos oder Unsicherheit. Und ja: Wenn dein Kind selbst nicht weiß, was in ihm vorgeht – wie soll es das dann ruhig und respektvoll äußern?
Wenn dich dein Kind verletzt, reagiert dein eigenes Nervensystem reflexartig:
Mit Schmerz. Wut. Traurigkeit. Enttäuschung. Das ist ganz normal. Du bist Mensch.
Und je nach Tagesform sind wir mal belastbarer – und mal eben nicht. Wenn dann noch Stress, Schlafmangel oder ein voller Alltag dazukommt, sind wir schnell am Limit.
Deshalb ist es wichtig, innere Schutzanker zu entwickeln:
- Atme tief und bewusst drei Mal ein und aus.
- Sag dir innerlich: „Das Verhalten meines Kindes ist nicht gegen mich gerichtet.“
- Stell dir einen sicheren inneren Ort vor, an dem du kurz „auftanken“ kannst.
Diese Mini-Pausen helfen dir, nicht in den Sturm hineingezogen zu werden, sondern innerlich zentriert zu bleiben. Das ist die Grundlage, um später wieder in Verbindung zu kommen.
Klar ist: Du musst respektloses Verhalten nicht hinnehmen.
Aber: Du darfst souverän und liebevoll Grenzen setzen – ohne Gegenschlag.
Und ja, ich weiß… Manchmal möchte man zurückschreien. Oder alles hinschmeißen…
Aber genau hier liegt die Chance.
Ein paar Formulierungen, die helfen können:
🗣️ „Ich möchte dir gerne zuhören und dich verstehen. Doch wenn du mich so verletzt, werde ich in Zukunft nicht mehr reagieren.“
🗣️ „Deine Worte tun mir weh. Lass uns sprechen, wenn wir beide ruhiger sind.“
So sendest du eine klare Botschaft: Ich sehe dich. Ich bleibe da. Aber nicht um jeden Preis.
Du schützt dich – und gibst deinem Kind gleichzeitig ein Modell für respektvolle Kommunikation.
Elternsein mit Teenagern ist emotional fordernd – deshalb ist Selbstfürsorge kein Luxus, sondern ein Muss.
Was kannst du heute für dich tun, um aufzutanken?
🌿 Ein kleiner Spaziergang
☕ Eine Tasse Tee in Ruhe
🧘♀️ Eine Meditation oder bewusster Atem
💬 Ein Gespräch mit anderen Eltern
📓 Das Schreiben über deine Gefühle
Je besser du dich kennst und für dich sorgst, desto mehr innere Stärke entwickelst du – und desto weniger treffen dich die Worte deines Kindes ins Mark.
Respektlosigkeit, verbale Angriffe, Rückzug – all das kann in der Teenagerzeit vorkommen. Aber du musst dich davon nicht entmutigen lassen.
Wenn du lernst, gut für dich zu sorgen, deine Trigger zu verstehen und auf Augenhöhe zu kommunizieren, wirst du gestärkt durch diese Phase gehen.
Dein Kind testet nicht dich – sondern eure Verbindung. Und du? Du bist der sichere Hafen. Auch bei Sturm.
Mit meinen Online-Coaching-Angeboten unterstütze ich Eltern dabei,
- alte Blockaden zu lösen,
- selbstsicher Grenzen zu setzen
- und die Beziehung zu ihrem Teenager neu zu stärken – mit Herz, Humor und System.
Du bist nicht allein – und Veränderung ist möglich.
🤗
melde dich gerne bei mir für ein unverbindliches Gespräch.
Gemeinsam finden wir einen Weg, damit du und dein Teenager wieder mehr Leichtigkeit und Verbindung erleben.
Nutze diesen Link zur Kontaktaufnahme oder schreibe eine Email an mail(at)teenagerexpertin.de.

